
Kalle und Elina Väätäinen gehen als Missionare nach Afrika.
Der Pastor der evangelisch-lutherischen St.-Petrus-Gemeinde in Kuopio, Kalle Väätäinen, geht gemeinsam mit seiner Ehefrau Elina und ihren Töchtern Ruusa und Elsa in den Missionsdienst nach Kenia. Die Familie zieht im Juli nach Kisumu. Als Vertretung für Kalle beginnt im August Pastor Sebastian Grünbaum seinen Dienst in Kuopio.
Die Dauer der Dienstzeit beträgt zunächst drei Jahre; eine Verlängerung wird später geprüft. Die Väätäinens sind Mitarbeiter der Missionsdiözese (Lähetyshiippakunta), arbeiten in Kenia jedoch als Teil des Missionsfeldes der LCMS (Lutheran Church—Missouri Synod).

Kalle ist häufig zu Lehrreisen in Afrika gewesen.
Kalles Arbeitsstätte ist das Theologische Seminar in Matongo. Diese bekenntnistreue Ausbildungsstätte gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kenia (ELCK), die eine Partnerkirche der LCMS ist. Am Seminar werden Pastoren, Diakonissen und Evangelisten aus verschiedenen Teilen Ostafrikas ausgebildet.
Kalle wird als theologischer Dozent und als Pastor der Seminarkapelle dienen. Zu seinen Aufgaben gehören die Leitung von Gottesdiensten, die Unterweisung in der Liturgie, weitere theologische Lehre sowie die Begleitung der Studenten und Besuche in ihren Gemeinden. Darüber hinaus hält er Fortbildungsseminare in Gemeinden der kenianischen Kirche.
Kalle berichtet, dass er sich sehr auf seine Arbeit freut: Entscheidend sei, dass das Evangelium von Jesus in der Verkündigung der zukünftigen Pastoren klar und unverfälscht erklinge.
– Derzeit liegen die größten Probleme in Kenia gerade in der Unterscheidung von Gesetz und Evangelium. Nur das reine Evangelium ist Gottes Kraft.
Das Seminar und seine Umgebung sind ihm durch frühere Lehrreisen teilweise bereits vertraut, doch die neue Kultur bringt vieles mit sich, das es noch zu lernen gilt. Kalle freut sich außerdem auf Besuche in Gemeinden in verschiedenen Teilen Ostafrikas.
Elinas Arbeit besteht sowohl aus der Verbindung zum Seminar in Matongo als auch aus Aufgaben für Finnland, für die Kanzlei der Missionsdiözese. Zunächst ist ihre Hauptaufgabe, den Familienalltag aufzubauen und die Eingewöhnung der Töchter in das neue Schul- und Kulturumfeld zu begleiten.
Später ist vorgesehen, dass Elina im Diakonissen-Zweig des Seminars unterrichtet und zugleich Aufgaben für die Zentrale in Finnland übernimmt.
– Der Sprung ins Unbekannte fühlt sich spannend und sogar beängstigend an. Ich denke auch sehr viel an unsere Söhne und unsere Eltern, die in Finnland bleiben. Gleichzeitig spüre ich jedoch deutlich Gottes Ruf in den Missionsdienst, beschreibt Elina.
Alles fing an konkret zu werden, als die LCMS vorschlug, die Väätäinens mit einem sogenannten Alliance-Missionary-Vertrag zu berufen. Der Vorsitzende des Missionsrates der Missionsdiözese, Ville Typpö, und der Dekan der Diözese Joel Kerosuo bereiteten den Vertrag vor, der im November in Helsinki unterzeichnet wurde.
Nach Kerosuos Worten handelt es sich um einen bedeutenden Schritt für die Missionsdiözese: Zum ersten Mal entsendet die Kirche eigene Mitarbeiter direkt ins Ausland. Zuvor hatte sich die Kirche an der Missionsarbeit unter anderem durch sogenannte Missionare in Patenschaft und durch die Arbeit der Lutheran Heritage Foundation beteiligt. Der neue Vertrag eröffnet einen verlässlichen und wohlüberlegten Weg der internationalen Zusammenarbeit.
Nach Kalles Einschätzung begegnet man in Kenia vielen der gleichen Fragen wie in Finnland: Wie finanziert man die Gemeindearbeit, wie baut man Gemeinschaft auf und wie organisiert man Verwaltung weise? Die Aufgabe der Väätäinens ist es daher, ihre Erfahrungen im Aufbau einer selbsttragenden Kirche weiterzugeben. Ziel ist es, die einheimischen Christen darin zu unterstützen, Verantwortung für ihre eigene Kirche zu übernehmen – nicht Abhängigkeit zu schaffen, sondern nachhaltiges Handeln zu stärken.
Die Aussendungssegnung und Abschiedsfeier der Familie Väätäinen findet am 14.5. in Kuopio statt. Sie laden uns ein, an der Feier teilzunehmen und sie im Gebet zu begleiten.
Der Vorsitzende des Missionsrates, Ville Typpö, berichtet, dass das Leben auf dem Missionsfeld oft bedeutet, andauernde Unsicherheit zu ertragen und Rückschläge zu bewältigen. Doch Gottes Gnade trägt:
– Auch wenn sich vieles ändert, ist der Mensch im Grunde überall gleich, ebenso wie Gott und sein Wort überall dasselbe sind. In seinem Dienst zu stehen ist immer gut und sicher. Seine Gnade reicht auch für den Missionar aus!
Deutsche Übersetzung: Risto Soramies