Blog: Gottesdienst zum Leben, Gemeinde zur Heimat und Mission zur Lebensweise

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23.1.2026

„Gottesdienst zum Leben, Gemeinde zur Heimat und Mission zur Lebensweise“, so legt Bischof Juhana Pohjola fest. Bild: Janne Koskela

Worum geht es in der Missionsdiözese? Was ist ihr Ziel? Warum besteht sie? Wie würdest du diese Fragen deinem Nachbarn beantworten? Unser Leitspruch bringt für uns selbst und für andere das Arbeits- und Glaubensverständnis unserer Kirche auf den Punkt. Er hilft uns, uns auf das Wesentliche unseres Dienstes zu konzentrieren. Dies wollen wir im Gebet und mit Hingabe leben und verwirklichen.

Gottesdienst zum Leben weist darauf hin, wo das geistliche Leben des Glaubens seinen Ursprung hat und genährt wird. In der Heiligen Messe dient uns Christus Jesus durch seinen Heiligen Geist. Zwar ist Christus überall gegenwärtig, doch hat er verheißen, sich selbst und seine heilbringenden Gaben in besonderer Weise an Kanzel, Altar und Taufbecken gnädig zu schenken. Darum versammeln wir uns Woche für Woche zur Feier der Heiligen Messe, denn dort ist der Himmel auf Erden gegenwärtig. Wir empfangen die Vergebung der Sünden und Stärkung für unseren Glaubensweg. In der Gemeinschaft mit den Engeln und allen Heiligen erfahren wir einen Vorgeschmack des ewigen Lebens, wenn wir unter der Fürsorge des Lammes Gottes versammelt sind. Christliches Leben bedeutet, fortwährend aus dem Gottesdienst heraus zu leben und sich von Gott gedient zu werden.

Gemeinde zur Heimat lehrt uns, die Gemeinde als Gemeinschaft der Hausgenossen Gottes zu verstehen. Wir sind nicht vereinzelte Schafe oder lose Steine, sondern Glieder der Herde des Guten Hirten und lebendige Steine in seinem Tempel. Das unerschütterliche Wort Gottes bildet das Fundament unseres Hauses. Unsere Hirten kennen ihre Schafe beim Namen, und die Schafe kennen einander. Der Christ ist nicht zur Vereinzelung bestimmt, sondern zum Leben in der Gemeinschaft der Familie Gottes. Wir sind auf gegenseitige Ermutigung, Fürbitte und geschwisterliche Gemeinschaft angewiesen. Es ist eine große Gabe, einen Ort zu finden, an dem man die eigenen Gaben in Freiheit zum Aufbau und zur Freude der Gemeinde einsetzen darf. Gemeinschaftliches Leben will immer neu eingeübt werden. Nur das Wort Gottes als Lebensspender und die als Heimat erfahrene Gemeinde ermöglichen die Mission der Kirche.

Mission zur Lebensweise ist nun als dritter Punkt ausdrücklich formuliert worden. Von Anfang an war sie jedoch bereits in unserem Namen Missionsdiözese inhaltlich enthalten. Das Evangelium Jesu Christi ist immer zur Weitergabe bestimmt, nicht nur zur Aufbewahrung. Die Heilige Schrift spricht von Christen als dem Wohlgeruch Christi und als einem Brief an die Welt und ermahnt uns, Rechenschaft zu geben über die Hoffnung, die in uns ist (1. Petr. 3,15). Die Erfahrung zeigt, dass neue Menschen vor allem durch persönliche Einladung von Gemeindegliedern zur Gemeinde finden. Da bekennende Christen in unserem Land eine kleine Minderheit darstellen, gewinnt der Auftrag des Zeugnisses zunehmend an Bedeutung, auch wenn unsere Berufungen und Persönlichkeiten verschieden sind. Mission als Lebensweise ist jedoch eine Berufung der ganzen Kirche. Wir sind eine Kirche, die aus einer einzigen Gemeinde hervorgegangen ist und sich in 25 Jahren mehr als verfünfzigfacht hat. Mission ist tief in die DNA unserer Kirche eingeschrieben.

Wir leben in Finnland auf einem Missionsfeld inmitten eines neuen Heidentums. Wir halten fest an der Vision, neue Gemeinden zu gründen, neue Verantwortungsteams zu begleiten und neue Hirten zu ordinieren. Durch Gottes Gnade ist ein guter Anfang gemacht worden, doch müssen uns die Worte des Herrn an Paulus stets im Ohr klingen: „Ich habe viel Volk in dieser Stadt“ (Apg. 18,10). Viele Menschen suchen nach Sinn, nach dem lebendigen Gott und nach geistlicher Gemeinschaft auf den Trümmern der Volkskirche. Mission ist für uns kein einzelnes Projekt oder Arbeitsfeld, sondern eine Lebensweise. Wir streben danach, bestehende Gemeinden dort zu teilen und zu vermehren, wo sie groß geworden sind, und neue Gemeinden dort zu beginnen, wo der Ruf an uns ergeht: „Komm herüber und hilf uns!“ (Apg. 16,9). Gemeinsam bedürfen wir der Einübung und des Mutes, uns vom Herrn gebrauchen zu lassen. Auch auf Anfragen aus dem äußeren Missionsfeld wollen wir aus unserem Grundauftrag heraus antworten. Der Herr hat uns neue Wege der Zusammenarbeit eröffnet. Gibt es etwas Größeres, als gemeinsam Gemeinden zu bauen und Menschen einzuladen, Gnade und Frieden in Christus Jesus zu empfangen?

Ich lade dich ein, gemeinsam mit uns diese Gebetsvision einzuüben und zu leben: Gottesdienst zum Leben, Gemeinde zur Heimat und Mission zur Lebensweise.

Übersetzung: Risto Soramies